Warum Schießsport

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Da saß ich nun und überlegte angestrengt wie ich nun einem “Nichtschützen” den Sinn des Schießsportes näherbringen könnte. Das erste was einem als Schütze begegnet,  wenn man sich “outet”, ist ein gewisser Gesichtsausdruck der einem gleich vermittelt:

SCHÜTZE!!!?? OH GOTT!!! WAFFENNARREN!!!!!!!! MORD UND TOTSCHLAG!!!!  
=> da seufzt man dann schon innerlich  und in der nächsten Sekunde dann die Bemerkung, die dann eben immer kommt:  
SCHIESSEN IST DOCH KEIN SPORT!!! 
=>   da seufzt man dann zum 2. Mal

Aber man gibt sich als Schütze ja nicht geschlagen und wenn man Glück hat, bekommt man die Chance seinem Gegenüber diese tolle Sportart mal ausführlich zu erklären und vorhandene Vorurteile aus dem Weg zu räumen. Das erste was mir nun zu diesem Thema einfiel ist ein Satz des Kreisschützenmeisters Bernd Schneider vom Schützekreis  4  (Saarlouis), der auf  “seiner” Homepage ebenfalls dieser Frage nachging und eine, so finde ich, tolle Antwort parat hatte. Ich “borge” ihn mir also einfach mal aus und zitiere ihn an dieser Stelle:

“Die schießsportbetreibenden Vereine sind keine Organisation von Ballermännern, die nur sinnlos in der Gegend herumschießen, sondern eine Vereinigung von Menschen jeden Alters und beiderlei Geschlechts, die hohen sportlichen Ansprüchen gerecht werden.” Punkt!    
Das mal vorweg! Denn genau so sehen es ALLE Schützen!

Nun die 2. Frage die auftritt! Was macht denn das Schießen aus??
Hier meine Antwort:             
- Schießen bedeutet Verantwortung    
       => Weil unser Sportgerät eine Waffe ist!

- Schießen bedeutet  Disziplin    
       => Sich selbst und seinem Nächsten  und  seiner Waffe gegenüber.

- Schießen bedeutet Ausdauer    
       => Unglaublich aber wahr! Ausdauer unter physischen und psychischen Aspekten

- Schießen bedeutet demzufolge auch Konzentration   
       => Ohne die  innere Ruhe geht gar nichts und das  unter bestimmten Zeitvorgaben in denen man 100 %ig da sein muss. Also Konzentration auf den Punkt

- und Nervenkraft      
       => Fast jeder Schütze hat damit zu kämpfen, denn wenn das Herz in der Hosentasche sitzt, dann geht nichts mehr..

Na! Sind das nicht schon einige Pluspunkte? Und das tolle daran:
Man kann das alles in einen Wettkampf einbringen. Denn hier sind alle diese Stärken gefragt und es bleibt einem nichts anderes übrig, als über sich selbst hinauszuwachsen, innerlich ruhig und locker zu werden und somit auch mal Belastungen abzulegen. Man wird sich während des Schießens seines Körpers bewusst und lernt ihn zu manipulieren um dementsprechend im richigen Moment eine “ruhige Hand” zu haben.
Eine Sportart also, in der es eigentlich nur Sieger gibt. Nämlich Sieg über sich selbst!
Man könnte nun sagen, dass es ja dann nur eine Einzelsportart ist. Aber weit gefehlt! Im Mannschaftssport vereinigen sich noch zusätzliche Aspekte. Auch wenn man am Schießstand in erster Linie als Einzelschütze “seinen” Wettkampf bestreitet, so bleibt doch im Hinterstübchen das Bewußtsein, dass da ja noch die Mannschaftsmitglieder sind, deren Ergebnisse über Sieg oder Niederlage entscheiden. Da stellt sich dann die Frage: Sind wir alle gut drauf? Gibt’s Probleme? Hat jemand Lampenfieber? Braucht jemand moralische Unterstützung vor und während des Wettkampfes? Was tut man da? Man baut sich gegenseitig auf. Auch bei Niederlagen rückt man eher enger zusammen, denn jeder weiß ja wie schwierig es ist, auf den Punkt ein gewisses Ergebnis zu erzielen. Kameradschaft also im wahrsten Sinne des Wortes!
Aber auch das Verhältnis zwischen den Vereinen und deren Schützen ist ein Besonderes. Unsere Sportart, die ja eine lange Tradition über mehrere Jahrhunderte hat, ist dadurch auch in sich sehr gefestigt und trägt ihre Wertvorstellungen und Tugenden selbstbewußt und mit Stolz. Standbein eines jeden Vereins. Es ist als wäre man in einer großen Familie. Nach einem Wettkampf geht man nicht einfach als Sieger oder Verlierer auseinander, nein man sitzt zusammen. Man tauscht sich aus, lacht miteinander und hält ein Schwätzchen. In der Schützenfamilie kennt man sich untereinander und Berührungsängste und vor allem verbissenes Konkurrenzdenken gibt es weitestgehend nicht.
Was also soll man noch zu dieses Sportart sagen?
Eigentlich gibt nur noch ein’s an dieser Stelle! Vielleicht hab ich Interesse für das Schießen geweckt? Dann nur zu! Denn in der Nähe gibt’s bestimmt einen Schützenverein. Also hin und sich ein eigenes Bild machen.
In diesem Sinne wünschen ich ein “Gut Schuß”!
JC